Foto: haskey-project

Haskey Projekt Ghana

für Kinder mit  Behinderungen in Kumasi/Ghana

Durch die heilpädagogische Tageseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit geistiger (in der Regel mehrfacher) Behinderung – werden diese ganzheitlich gefördert – wird den Müttern die Möglichkeit gegeben, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen ohne sich, wie bei einer Heimunterbringung, von ihren Kindern trennen zu müssen – wird eine offene Beratungsstelle für alle Eltern in ähnlichen Problemlagen betrieben (mit der Öffentlichkeitsarbeit soll Aufklärung über Ursachen und Folgen der Behinderung und damit Akzeptanz dieser Menschen erreicht werden. Behinderung wird z.T. noch als Strafe Gottes gesehen). – Die heilpädagogische Leitung hat ein Ghanaer, der in Deutschland Heilpädagogik studiert hat. So kommen ghanaische Kulturkenntnisse, internationale Fachkompetenz sowie gesellschaftspolitische und karitative Ziele zusammen.
Foto: Johanna Kieser-Abass + von Mitabeitern

2009 wurde in Bochum das Haskey-Projekt als gemeinnütziger Verein von Musah Abubakar und einigen Mitstreitern ins Leben gerufen. 2011 begann die Vereinsarbeit in Ghana. Seit 2015 ist die ghanaische Organisation auch als gemeinnützige N.G.O. (Nichtregierungsorganisation) unter der Social Welfare registriert.

Im Dezember 2018 haben wir das Projekt mit 800,00 € finanziell unterstützt.

https://youtu.be/TsMesFI47mk
https://www.haskey-projekt.de/startseite-deutsch

Aktuelles

Der „Schönheitsfehler“ dieser NGO ist, dass sie sehr klein ist und entsprechend wenig Geld zur Verfügung hat. Andererseits gibt es hier kaum Verwaltungskosten und viel Transparenz.

Durch den persönlichen Kontakt zu Johanna Kieser-Abass aus dem Vorstand sind wir gut informiert über die zweckgerechte Verwendung der Spenden.

Jahresbericht 2020
Ghana in der Pandemie
Nach dem Jubiläumsjahr 2019, in welchem der Haskey Verein 10 Jahre alt wurde, begann das Jahr 2020 leider weniger schön mit der Covid-19-Pandemie, die ab März weltweit ihre Auswirkungen zeigte. Zeitgleich mit Deutschland setzte auch Ghana ab März 2020 einen strikten, ca. sechswöchigen Lockdown um; anders als in Deutschland wurden jedoch auch Ausgangssperren verhängt und diese teils mit unverhältnismäßiger Polizeigewalt und auch mit Militärpräsenz durchgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt wurden demensprechend auch alle Schulen, Kindergärten und andere Bildungseinrichtungen geschlossen. Anders als in Deutschland wurden diese allerdings bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. Abschlussklassen bis Ende des Jahres nicht wieder geöffnet.

In Ghana gibt es mit Stand von Anfang Januar insgesamt ca. 56.230 bestätigte Fälle von Covid-19 Infektionen, 338 Todesfälle und derzeit ca. 1,261 aktive Fälle, wobei die meisten Fälle (ca. 31.000) in der Greater Accra Region registriert wurden und deutlich weniger in der Ashanti Region (ca. 11.000), in der sich Kumasi und das Haskey Projekt befinden (vgl. https://www.ghanahealthservice. org/covid19/).
Obwohl von einer relativ hohen Dunkelziffer ausgegangen werden muss, sind das sehr niedrige Fallzahlen: Im Vergleich dazu gibt es alleine in Nordrhein-Westfalen1 insgesamt ca. 429.500 bestätigte Fälle und alleine ca. 62.000 aktuell infizierte Personen (vgl. https://www.corona.nrw/). Der strikte Lockdown war jedoch für eine Vielzahl von Ghanaer*innen, die dadurch plötzlich arbeitslos waren, direkt existenzbedrohend.
Zu Beginn waren die Mitarbeitenden im Projekt etwas ratlos, wie es weitergehen sollte, da vollkommen unklar war, wann die Einrichtung wieder öffnen darf. Es wurde dann aber eine ambulante Unterstützung der vom Haskey Projekt betreuten Familien organisiert: Die Mitarbeitenden besuchen regelmäßig die Kinder und Jugendlichen, die sonst in unsere Tagesbetreuung kommen, in ihren Familien, betreuen sie vor Ort und nehmen sich der Bedarfe an, die sich aus der aktuellen Krisensituation ergeben.
Die Eltern unserer Kinder arbeiten wie die Mehrzahl der Ghanaer*innen im informellen Sektor und sind daher in keinerlei Weise für eine solche Ausnahmesituation abgesichert.
Zum Vergleich: NRW hat 17,9 Mio. Einwohner und Ghana ca. 30 Mio. Einwohner Aufgrund des Lockdowns müssen sie nun ihre Kinder zu Hause betreuen und haben daher z.B. höhere Ausgaben für Lebensmittel (die Kinder bekommen in der Einrichtung kostenlose Mahlzeiten) und einen höheren Verschleiß an Kleidung (gerade die Betreuten mit Körperbehinderungen verbringen viel Zeit auf dem Boden, Krabbeln etc.), da die Kinder keine Schuluniformen tragen.
Zunächst wurden daher von den Haskey-Mitarbeiter_innen Lebensmittelpakete gepackt und an die Familien verteilt; später wurden auch Kleiderspenden und ein Rollstuhl für ein Mädchen organisiert, welches zu groß geworden war, um noch von der Mutter auf dem Rücken getragen zu werden. Die Lebensmittelpakete wurden seitdem in regel-mäßigen Abständen erneut verteilt, so dass die Familien gut mit den wichtigsten Grundnahrungs-mitteln ausgestattet sind. Dieses ist möglich, da durch die vorübergehende Schließung der Einrichtung Gelder frei geworden sind, die jetzt stattdessen in diese ambulante Unterstützung fließen. Auch die Haskey-Mitarbeiter_innen bekommen – trotz geschlossener Tageseinrichtung – weiterhin eine Bezahlung und sind so auch motiviert, ihre Arbeit weiter fortzusetzen.

Durch diese Ausnahmesituation und die Hilfsangebote, mit denen reagiert wurde, etablierte sich also nach und nach eine ambulante Betreuung. Diese Art der Betreuung ist in Ghana bisher eher unbekannt aber umso wichtiger, als dass viele Betroffene und ihre Familien sich häufig nicht von sich aus an Unterstützungsstellen wenden, da ihnen z.B. Informationen fehlen oder auch Scham in Bezug auf den Familienangehörigen mit Behinderung eine Rolle spielen kann. Für viele Eltern, unter denen auch alleinerziehende Mütter sind, ist diese häusliche Unterstützung eine dringend notwendige Entlastung, da sie wegen ihrer teils sehr pflege- und betreuungsbedürftigen Kinder kaum noch das Haus verlassen können.
Schon länger war eine ambulante Unterstützung durch Haskey-Mitarbeitende angedacht, kam aber bisher nicht richtig zustande. Dies ist also – trotz der Krisensituation – eine kleine Erfolgsgeschichte!
Derzeit sieht es glücklicherweise so aus, als ob die Tagesbetreuung bald auch wieder geöffnet werden kann: Bereits im Oktober verkündete der Ghana Education Service, dass ab Januar 2021 alle Schulen und Kindergärten wieder starten würden. Aktuell gibt es eine Pressemitteilung vom 4. Januar, in der der Start auf den 18. Januar festgelegt wurde.

Weitere Neuigkeiten aus Ghana
Im Februar, noch vor dem Lockdown, besuchten zwei Mitglieder des Vereins africa action e.V. als Teil ihrer Projektreise die Einrichtung in Kumasi, um sich ein Bild für eine mögliche Zusammenarbeit zu machen.
Es ist ja bekannt, dass die Mühlen in Ghana tendenziell etwas langsamer mahlen und in der jetzigen Situation gestaltet es sich noch etwas schwieriger als sonst, Arbeiten vor Ort zu koordinieren. Dementsprechend sind die Fortschritte auf unserem Baugrundstück derzeit noch bescheiden. Im August wurde jedoch immerhin schon mal eine niedrige Mauer rings um das Grundstück errichtet, um es abzusichern. Ein kleines Wächterhäuschen wird noch fertiggestellt.
Vereinsarbeit in Deutschland
Aufgrund der Ausnahmesituation mussten alle für 2020 geplanten Veranstaltungen wie z.B. das Kulturfestival Ruhr International, bei dem der Verein sonst immer mit einem Stand dabei ist, leider ausfallen.
Erfreulicherweise ist jedoch auf dem Spendenkonto des Vereins ein kleines finanzielles Polster entstanden, so dass in bescheidenem Rahmen mit dem Bauprojekt begonnen werden könnte. Zur Fertigstellung sind wir jedoch dringend weiterhin auf Spenden und Fördergelder angewiesen!
Die bisherige Gesamtunterstützung des Projektes vom „Ökumenischen Initiativkreises Lippstadt e.V.“   beträgt von 2018-2020  insgesamt 2500,00€.
Für den Herbst letzten Jahres war ursprünglich die Ausreise des neuen Haskey-Mitglieds Irmgard Kurz nach Ghana geplant. Sie wollte sechs Monate ehrenamtlich Arbeit im Projekt in Kumasi leisten – dann kam Corona…
Wir hoffen, dass es euch allen gut geht, wo immer ihr euch gerade befindet und dass dieses junge Jahr 2021 ein gutes, ein besseres Jahr für die Welt wird!

Mit zuversichtlichen Grüßen,
Musah, Johanna und Tchidad
(Vorstand Haseky-Projekt Ghana e.V.)

Gruppenfoto mit Mitgliedern der africa action

Kontakt Haskey-Projekt Ghana e.V.
c/o Swantje Stadelbauer
Ovelackerstr. 20, 44892 Bochum
Tel.: 01577/9393190
www.haskey-projekt.de
facebook.com/haskeyprojekt
Vorstand Musah Abubakar,
Johanna Kieser-Abass, Tchidad Oupke
Spenden GLS Gemeinschaftsbank Bochum eG
IBAN DE82 4306 0967 4031 7766 00
BIC GENODEM1GLS

Kontaktpersonen

Kontakt: Brigitte und Immo Zetzmann

Wir freuen uns über weitere Spenden für dieses Projekt.