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Beste Bohne mit Lokalkolorit: LP-Kaffee bald im Ausschank

Eine-Welt-Kreis wirbt mit Unterstützung des Bürgermeisters in Cafes, Restaurants und Betrieben für fair gehandelten Kaffee / Drei Cent Aufpreis pro Tasse / „Sehr bekömmlich“

LIPPSTADT. Er ist von erlesener Qualität, in die Tüte kommen nur beste Bohnen aus dem Hochland Nicaraguas, er wird biologisch angebaut und zudem fair gehandelt. Und schließlich hat der Kaffee noch etwas ganz Besonderes: Lokalkolorit. Ende September kommt der „Lippstadt-Kaffee“ in den heimischen Handel.

Die Idee zum „LP-Kaffee“ hatte der Ökumenische Initiativkreis „Eine Welt“, der den Eine-Welt-Laden in der Marktstraße betreibt. Damit griff die Gruppe mit Unterstützung der „Lokalen Agenda“-Arbeitsgruppe eine Aktion auf, die bereits in mehreren Städten in NRW erfolgreich läuft. Das Ziel ist es, den Anteil fair gehandelten Kaffees (derzeit bei unter einem Prozent) dadurch zu erhöhen, dass sich „die Verbraucher mit dem Kaffee ihrer Stadt identifizieren“, wie Ulla Ley vom Eine-Welt-Kreis sagt. Motto: „Raus aus den Weltläden – rein in die Rathäuser und Supermärkte“.

Eine „bemerkenswerte Initiative“, so Bürgermeister Wolfgang Schwade in einem Empfehlungsschreiben. Mit seinem Brief und einem Probepäckchen wollen die „LP-Kaffee“-Initiatoren in den kommenden Wochen auf die Suche nach möglichen Abnehmern (Cafes, Kantinen, Betriebe, Supermärkte etc.) gehen.

Ein größerer Kunde ist bereits gefunden: Die Stadt schenkt künftig bei Empfängen und anderen Anlässen „LP-Kaffee“ aus, tun Besucher künftig mit jedem „Schlock“ des schwarzen Gebräus etwas für den fairen Welthandel. Einige kleinere Läden machen ebenfalls mit. Für den Vertrieb des in drei Röstungen angebotenen Kaffees konnte die INI gewonnen werden.

Der Kaffee – „ein hochwertiger Arabica“, so Ulla Ley – stammt von Plantagen, die von nicaraguanischen Genossenschaften betrieben werden. Handelspartner der Kleinbauern sind Organisationen wie die Gepa oder die in Ravensburg ansässige Organisation „Dritte-Welt-Partner“, über die der „LP-Kaffee“ bezogen wird. Sie zahlen den Kaffeeproduzenten nicht nur einen deutlich höheren als den Weltmarktpreis, sondern investieren auch in die soziale Infrastruktur vor Ort. Das macht denn auch, so Ulla Ley, den Unterschied zu solchen fair gehandelten Kaffeesorten aus, wie sie üblicherweise in Supermärkten zu finden sind.

Auch der ökumenische Initiativkreis ist seit Jahren in Nicaragua aktiv. Die Lippstädter unterstützen in Tipitapa, einer 140 000 Einwohner zählenden Stadt 25 Kilometer nordöstlich von Managua, unter anderem ein Heilpflanzen-Projekt zur Gesundheitsförderung.

Natürlich hat fairer Handel seinen Preis. Und so kostet das Pfund „LP-Kaffee“ mehr als sieben Euro und damit deutlich mehr als konventioneller Kaffee. Was indes pro Tasse lediglich drei Cent Aufpreis ausmacht, der zudem noch dadurch gemindert wird, dass „der Lippstadt-Kaffee ergiebiger als die üblichen Kaffeemischungen ist“, wie Ulla Ley erklärt.

Einen größeren Test hat der „LP-Kaffee“ bereits bestanden. Beim „Markt der Möglichkeiten“ stellten die Senioren dem Kaffee aus Mittelamerika gute Noten aus, bewerteten ihn als „sehr bekömmlich und aromatisch“.

hei